transit

Transitbereiche sind Übergangsräume, in ihnen sind das Vergangene und das Kommende, das Außen und das Innen gleichermaßen präsent. In ihren Arbeiten zu Transit setzen sich Sabine Prag und Eva Domoradzki auf sehr unterschiedliche Weise mit dem auseinander, was in diesem "Dazwischen" geschieht und was das Vorher und Nachher miteinander verbindet.

Den von Eva Domoradzki unter dem Titel coming into the open präsentierten 21 Bildern, die im weiteren Sinn der Landschaftsfotografie zugeordnet werden können, ist jeder dokumentarische Anspruch fremd. Sie erzählen nur am Rande von bestimmten Orten oder Objekten, wovon sie vor allem berichten, sind innere Prozesse und Erfahrungen – von der Erfahrung etwa des Aufbruchs und des Sich-Behauptens oder von der Sehnsucht nach Rückzug und der Suche nach einem geschützten Ort.

Fotografie fungiert hier nicht als ein Medium des Erkennens, sondern als Medium des Erinnerns und Wiedererkennens – ein Prozess, der in den gezeigten Bildern nicht sein Ende findet, sondern von den Betrachtenden aufgenommen und fortgesetzt werden kann.

Den Arbeiten outside is inside von Sabine Prag liegt der Gedanke zugrunde, dass Wahrnehmen – in diesem Fall Sehen, Hören – weit über das, was uns bewusst ist, hinaus geht. Licht trifft auf Netzhaut, Schallwellen auf das Trommelfell – wir verarbeiten, selektieren, gewichten, bewerten – und bauen damit die Bilder unseres Außen und unserer Gedanken. Diesen Prozess zu veräußerlichen oder fallweise umzukehren, ist das Anliegen der Fotografin.

Die Videoarbeiten rücken das Ausgeblendete oder Auszublendendes und seine Transformationen in den Fokus; in den Fotocollagen werden Außenbilder nach inneren Bedeutungsmustern zu Zeitlinien und Tagtraumerleben verdichtet. Die Einzelfotografien verwandeln ein „gewohntes Außen“ durch Bewegung bzw. Zeitablauf in ungewohnte Bilder und verlegen die alltägliche innere Interpretation wieder nach außen.